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weltwärts-Organisation werden

Kriterien für die Teilnahme am Programm

Um Fördermittel für die Entsendung von Freiwilligen oder die Aufnahme von internationalen Freiwilligen in Deutschland beantragen zu können, müssen Organisationen eine Trägerprüfung durch die Koordinierungsstelle weltwärts durchlaufen haben. Am weltwärts-Programm teilnehmen können gemeinnützige Organisationen mit entwicklungspolitischer Ausrichtung. Lesen Sie hier, welche Kriterien noch erfüllt sein müssen.

Gemeinnützigkeit

Am weltwärts-Programm können gemeinnützige juristische Personen teilnehmen, die ihren Sitz und Geschäftsbetrieb in Deutschland haben. Es kann sich dabei um juristische Personen des Privatrechts, wie beispielsweise Vereine, als auch um juristische Personen des öffentlichen Rechts, wie Gebietskörperschaften und Stiftungen, handeln. Anerkannt werden können auch Zusammenschlüsse von Organisationen, die die genannten Voraussetzungen erfüllen. Nicht anerkannt werden können Ein-Personen-Gesellschaften.

Die Eintragung ins Vereinsregister ist mit dem amtlichen Ausdruck aus dem Vereinsregister des zuständigen Amtsgerichts zu belegen. Für die übrigen angesprochenen Organisationsformen ist ein geeigneter offizieller Nachweis einzureichen. Die Gemeinnützigkeit muss durch eine Bescheinigung des Finanzamts nachgewiesen werden.

Vertretbare Verwaltungskosten

Die Werbe- und Verwaltungskosten der Organisation müssen vertretbar sein. Nach den Vorgaben des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) sind Werbe- und Verwaltungskosten von maximal 35 Prozent vertretbar.

Als Nachweis ist das DZI Spendensiegel, die Mitgliedsbescheinigung im Deutschen Spendenrat oder eine Aufstellung der Verwaltungskosten einzureichen.

Personelle Kapazität

Antragsteller müssen außerdem eine ausreichende personelle Kapazität zur administrativen Umsetzung des Programms sowie pädagogische Kompetenz zur Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung des Freiwilligendienstes nachweisen. Kleine Organisationen, die lediglich eine geringe Zahl von Freiwilligen entsenden oder aufnehmen möchten, sollten prüfen, ob der administrative und pädagogische Aufwand von ihnen zu leisten ist und ggf. die Entsendungen oder Aufnahmen in Zusammenarbeit mit einer bereits anerkannten weltwärts-Organisation anstreben.

Die Zahl der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden muss im Antrag aufgeführt werden. Außerdem muss ein je nach Ausrichtung auf die Nord-Süd- oder Süd-Nord-Komponente angepasstes fachlich-pädagogisches Begleitkonzept eingereicht werden, aus dem neben den Inhalten der Vorbereitungs-, Zwischen- und Nachbereitungsseminaren auch hervorgeht, wie die personelle Umsetzung geplant ist.

Finanzielle Kapazität

Die Förderung des BMZ beträgt maximal 75 Prozent der durch die Entsendung beziehungsweise der durch die Aufnahme entstehenden Kosten. Mindestens 25 Prozent der Kosten muss die Organisation aus eigenen Mitteln bestreiten. Daher muss die Organisation über eine ausreichende Bonität verfügen.

Mit dem Antrag müssen Finanzberichte der letzten drei Jahre eingereicht werden.

Entwicklungspolitische Ziele und Kompetenz

weltwärts ist ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst, der den Teilnehmenden Möglichkeiten des globalen Lernens eröffnen und sie für ein späteres entwicklungspolitisches Engagement gewinnen soll. Vor diesem Hintergrund ist ein eindeutiger entwicklungspolitischer Bezug in den Zielen und Aktivitäten der Entsende- und Aufnahmeorganisationen erforderlich.

Im Antrag müssen die Ziele und Aktivitäten der Organisation beschrieben werden. Dabei sind insbesondere die entwicklungspolitischen Ziele der Organisation und die Aktivitäten in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit darzulegen. Außerdem ist die Satzung einzureichen.

Wichtiger Hinweis

Die Verbreitung einer bestimmten Glaubensrichtung oder Weltanschauung ist nicht Ziel des weltwärts-Programms. Religiöse Organisationen oder Organisationen mit sonstiger weltanschaulicher Ausrichtung können als weltwärts-Träger zugelassen werden. Maßnahmen im Bereich der kirchlichen Verkündigung sind jedoch von der Förderung ausgeschlossen.

Kooperation mit Partnerorganisationen

Vor Ort wird der Freiwilligendienst mit Partnerorganisationen umgesetzt, die die Freiwilligen aufnehmen. Zur Schaffung von Einsatzplätzen sind Kontakte zu Partnerorganisationen in den Einsatzländern unabdingbar. Auch während des Einsatzes kann der Freiwilligendienst nur gelingen, wenn Entsende- und Aufnahmeorganisation partnerschaftliche Beziehungen pflegen und intensiven Kontakt halten.

Die Kooperationsbeziehungen mit den Partnerstrukturen sind im Antrag zu beschreiben.

Qualitätsverbund

Zur Sicherung einer durchgängig hohen Qualität des Freiwilligendienstes sind übergreifende Qualitätskriterien sowie eine qualitätsorientierte Programmsteuerung notwendig. Alle weltwärts-Organisationen sind verpflichtet, sich einem bestehenden Qualitätsverbund anzuschließen oder mit anderen Organisationen einen Qualitätsverband zu gründen. Die Qualitätsverbünde sichern die Qualitätsanforderungen des Programms und beziehen dazu externe Prüfinstanzen ein. Sie unterstützen die weltwärts-Organisationen bei der Qualitätsentwicklung.

Mit dem Antrag ist mitzuteilen, welchem Qualitätsverbund sich ihre Organisationen anschließen möchte.

Externe Zertifizierung

Die Struktur- und Prozess-Qualität der weltwärts-Träger muss durch eine regelmäßige, verpflichtende externe Zertifizierung nachgewiesen werden. So wird sichergestellt, dass die Entsendeorganisationen die Qualitätsanforderungen, die im Qualitätsanforderungskatalog beschrieben werden, einhalten. Wenn sich ihre Organisation dazu entschließt, im Rahmen des weltwärts-Programms Freiwillige zu entsenden, so muss sie sich innerhalb der ersten zwei Jahre nach Beginn der Entsendung zertifizieren lassen. Es ist sinnvoll, dazu möglichst frühzeitig Kontakt zu einem Zertifizierer aufzunehmen.

Folgende Organisationen können Entsendeorganisationen für weltwärts zertifizieren:

  • QUIFD - Agentur für Qualität in Freiwilligendiensten
  • Gütegemeinschaft Internationaler Freiwilligendienst e.V.

Informationen zu den Prüfinstanzen sowie den Prüfverfahren erhalten Sie bei den jeweiligen Qualitätsverbünden.

Aufnahmeorganisationen, die an der Süd-Nord-Komponente teilnehmen, werden bislang nicht durch externe Prüfinstanzen zertifiziert.

Aufnahmeorganisation werden

In der Süd-Nord-Komponente können anerkannte weltwärts-Träger und Vereinigungen ehemaliger weltwärts-Freiwilliger Aufnahmeorganisation für internationale Freiwillige in Deutschland werden. Vereinigungen ehemaliger weltwärts-Freiwilliger müssen sich zunächst als weltwärts-Träger anerkennen lassen. Die Teilnahme an der Pilotphase setzt außerdem eine Bewerbung für einen Aufnahmezyklus voraus.